Quick Start Guide: DB Premium Signale anschließen und in Betrieb nehmen
Damit der Einbau und die erste Inbetriebnahme Ihrer neuen DB Premium Signale möglichst reibungslos funktionieren, zeigen wir in diesem Beitrag die wichtigsten Schritte – von der Montage bis zur Einrichtung. Die Steuerung unserer Signale funktioniert mit den meisten herkömmlichen Systemen bekannter Hersteller - sowohl analog als auch digital. In diesem Beitrag verwenden wir beispielhaft den ESU SignalPilot (Decoder) und die ECoS ESU Command Station (digitale Steuerzentrale).
Diese Anleitung ersetzt keine vollständige Bedienungsanleitung, hilft aber dabei, typische Fehler zu vermeiden und schnell zum ersten funktionierenden Signal zu kommen.
Hinweis: Technische Daten wie Maße, Anschlussbelegungen oder aktuelle Schaltpläne entnehmen Sie bitte immer der Ihrem Produkt beiliegenden Bedienungsanleitung, da es möglicherweise zu Änderungen kommen kann.

1. Anschluss der Signale am ESU SignalPilot
Für die folgenden Beispiele verwenden wir einen ESU SignalPilot. Die grundlegende Vorgehensweise lässt sich jedoch auch auf andere Decoder übertragen.

Wie viele Signale / Fassungen können angeschlossen werden?
Ein SignalPilot besitzt insgesamt:
- 16 Minus-Pol-Ausgänge
- 14 Plus-Pol-Anschlüsse
Wie viele Signale angeschlossen werden können, hängt von dem Funktionsumfang der anzuschließenden Signale ab. Für unsere DB Premium Signale werden folgende Anzahl an Minus-Pol-Ausgängen benötigt:
- Ausfahrhauptsignal: 5 Ausgänge
- Selbstblocksignal: 2 Ausgänge
- Einfahrsignal: 4 Ausgänge
- Vorsignal: 4 Ausgänge
Pro Fassung werden 2 gemeinsame Plus-Pole benötigt (je 1 für HS und VS).
In unserem Beispiel verwenden wir:
- ein Ausfahrhauptsignal mit Rangierbegriff Sh1 und Vorsignal am selben Mast
- ein Selbstblockhauptsignal mit Vorsignal am selben Mast
1.1 ESU SignalPilot programmieren
Die Konfiguration des SignalPilots erfolgt komfortabel über den ESU LokProgrammer und die dazugehörige Software. Es empfiehlt sich, den Decoder zuerst vollständig zu konfigurieren und erst danach mit dem Verdrahten zu beginnen.
LokProgrammer vorbereiten
Zunächst:
- LokProgrammer Software installieren
- Eventuell notwendigen USB-Treiber installieren
- SignalPilot über Pw A und Pw B mit dem LokProgrammer verbinden
- LokProgrammer per USB mit dem PC verbinden
Danach kann in der Software ein neues Projekt angelegt werden:
Datei → Neues Projekt → SwitchPilot → SignalPilot

Die Basisadresse kann in der Regel auf „1“ belassen werden. Sie wird hauptsächlich für die CV-Programmierung auf dem Hauptgleis (POM) benötigt.

Signale konfigurieren
Im Reiter „Signale“ können die gewünschten Signaltypen per Drag & Drop hinzugefügt werden. Die Ausgänge werden automatisch zugeordnet, lassen sich bei Bedarf aber manuell ändern.

Vergeben Sie Signalnamen zur besseren Übersicht. In der Software können weitere Einstellungen, wie Leuchteffekte, vorgenommen werden.
Unser Beispiel:
- Ausfahrhauptsignal mit 5 Anschlüssen
- Vorsignal am selben Mast mit 4 Anschlüssen
- Selbstblocksignal mit 2 Anschlüssen
- Vorsignal am selben Mast mit 4 Anschlüssen

Vorsignale korrekt dunkel schalten
Ein Punkt, den man bei kombinierten Haupt- und Vorsignalen beachten muss, ist, dass das Vorsignal bei Halt zeigenden Hauptsignal (Hp 00 und Hp 0) dunkel geschaltet werden muss.
Dafür wird im Bereich „Extern“ festgelegt, bei welchem Signalzustand das Vorsignal deaktiviert werden soll. Für die Vorsignale verwenden Sie die zugehörige(n) SAN-Adresse(n) und den Zustand rot.

Wichtig: Hier wird nicht die Weichennummer des Hauptsignals eingetragen, sondern dessen SAN (Signaladressnummer).

Beim Ausfahrhauptsignal können mehrere Zuordnungen notwendig sein.
Kein GND-Schalten notwendig
Unsere Signale müssen nicht gegen GND geschaltet werden. Eine Pull-Konfiguration oder ein Anschluss an GND ist daher nicht erforderlich.
Konfiguration abschließen
Speichern Sie das Projekt und beschreiben Sie den Decoder.

Speichern Sie sich optional den Verdrahtungsplan zusätzlich als Bild ab oder drucken Sie sich diesen aus.

1.2. Verdrahtung der Signalfassungen
Nun kann die eigentliche Verkabelung beginnen.

Das aktuelle Anschluss-Schema finden Sie immer in der beiliegenden Bedienungsanleitung Ihres Signals. Nicht belegte Anschlussnummern müssen nicht angeschlossen werden.
Die einzelnen Kabel werden der in Abschnitt 1.1 zugewiesenen Position angeschlossen. Für eine leichtere Zuordnung verwenden Sie den abgespeicherten Verdrahtungsplan.
Die gemeinsamen Plusanschlüsse werden zentral an dem mit U+ beschrifteten Pluspol am Signalpiloten verbunden.

Tipp: Markieren Sie die Kabelstränge am Stecker mit einem kleinen Farbpunkt. Dadurch lassen sich die Anschlüsse später deutlich leichter unterscheiden. Auch beim Einsetzen mehrerer Fassungen an einem Signalpiloten kann es beim Anschließen helfen.

Gehen sie die einzelnen Funktionen ihres Signales durch. Suchen Sie in der Anleitung das zugehörige Kabel der Fassung (siehe Abbildung. Schritt 1). Dann überprüfen Sie, welchem Ausgang am SignalPiloten diese Position zugewiesen wurde (siehe Abbildung. Schritt 2).
Isolieren Sie einen kleinen Teil am Ende des Kabels ab. Verbinden Sie das Kabel mit der entsprechenden Position.
Verbinden sie auch den zugehörigen Plus Pol mit einer der Plusquellen am SignalPiloten.

Für jede verwendete Position wiederholen, bis alle Kabel angeschlossen sind.

1.3 Funktionstest mit der ESU-Software
Für den Funktionstest muss der SignalPilot zusätzlich mit dem Digitalstrom verbunden werden, damit Decoder und Signale mit Spannung versorgt werden können. Für kleinere Anlagen kann der SignalPilot direkt über die Digitalzentrale mit Spannung versorgt werden.
Dabei werden
- Pw A ↔ Trk A
- Pw B ↔ Trk B
parallelgeschaltet.


Tipp: Um häufiges neu verkabeln beim Wechsel zwischen Testen und Programmieren zu vermeiden kann der Stecker für das Programmieren einfach zwei Plätze nach rechts versetzt werden, so dass nur PW A und PW B genutzt werden.

Zum Testen können Sie direkt Ihre Digitalzentrale verwenden. Für eine schnelle Überprüfung der Verkabelung kann auch der virtuelle Führerstand der LokProgrammer-Software verwendet werden. So lassen sich Verkabelungs- oder Konfigurationsfehler sehr schnell erkennen.
Im virtuellen Führerstand können im Weichenschaltpult die Weichenadressen einzeln durchgegangen werden. Funktionieren alle Signalbilder wie gewünscht, kann der Signalpilot nun an die digitale Schaltzentrale angeschlossen werden.
1.4 Einrichtung an der ESU Command Station
Zum Abschluss wird der SignalPilot in der Zentrale eingerichtet.
Dafür:
- Hauptgleisprogrammierung auswählen
- „Schaltartikel-Decoder“ öffnen
- korrekte Schaltartikeladresse prüfen
-
Für jedes Signal einen neuen Schaltartikel anlegen
- Signalart auswählen
- Namen vergeben
- „Variante 1“ auswählen (Signalbilder sind nicht kombiniert)
- Weichenadresse angeben (siehe Verdrahtungsplan)
- Funktion testen
Je nach verwendeter ESU-Zentrale können CVs auch direkt gelesen oder geschrieben werden.



2. Montage der Signalfassung in der Anlage
Bevor das eigentliche Signal eingesetzt werden muss, wird zunächst die Fassung in die Anlage eingebaut.
Bohrung vorbereiten
Für die Signalfassung wird eine Bohrung mit mindestens 14 mm Durchmesser benötigt. Die genaue Position des Signals entnehmen Sie der jeweiligen Produktanleitung und dem Gleisplan Ihrer Anlage.

Foto: David von FreestyleMoba (YouTube)
Für einen besseren Sitz der Fassung empfiehlt es sich, die Lochkante leicht anzufasen.
Landschaft anpassen
Rund um die Bohrung sollte die Landschaft so angepasst werden, dass die Fassung plan aufliegt. Gerade bei bereits ausgestalteten Anlagen lohnt es sich, den Bereich vorher freizulegen.
Führen Sie anschließend die Fassung ohne angeschlossene Kabel in die Bohrung ein. Die Fassung kann entweder eingeklebt werden oder mit kleinen Nägeln befestigt werden. Hierzu müssen die vorgesehenen Befestigungslöcher eventuell leicht aufgebohrt werden.
Wichtig: Achten Sie auf die korrekte Ausrichtung der Fassung. Die Nase der Fassung muss in Signalrichtung zeigen.
Einschottern und Tarnen der Fassung
Nach der Montage kann die Umgebung gestaltet werden. Besonders realistisch wirkt der Bereich, wenn die Fassung eingeschottert oder begrünt wird. Dadurch verschwindet der Sockel optisch fast vollständig in der Landschaft.

Foto: David von FreestyleMoba (YouTube)
Solange noch gebaut wird, empfiehlt sich der Einsatz des mitgelieferten Blindstopfens. Dieser schützt die Fassung vor Schotter, Grasfasern oder anderen Kleinteilen.
Signal einsetzen
Erst wenn der Kleber vollständig ausgehärtet ist, sollte das eigentliche Signal eingesetzt werden.
Verbinden sie die an den Signalpiloten angeschlossenen Kabel nach ihrem Anschlussdiagramm erneut mit den Fassungen. Dabei können die vorher getätigten Markierungen helfen.
Das Signal kann nun jederzeit wieder herausgezogen und ausgetauscht werden – ideal für Wartung oder spätere Umbauten.
Sie können Ihre Signalbilder jetzt schalten und die LEDs zum Leuchten bringen.


Fotos: David von FreestyleMoba (YouTube)
Zusammenfassung
Auch, wenn die Einrichtung beim ersten Mal etwas umfangreicher wirkt, gelingt der Aufbau Schritt für Schritt meist problemlos. Nehmen Sie sich Zeit für eine strukturierte Montage. Die Beschriftung oder Markierung der Kabel erleichtert spätere Änderungen oder Fehlersuche.
Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie online auch als Video-Anleitung.
Viel Spaß beim Aufbau und beim Betrieb Ihrer Signale auf der Anlage!

Foto: David von FreestyleMoba (YouTube)



